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Ratzeburger auf den Spuren von Charles de Gaulle

Treffen der Partnerstädte aus Belgien und Ratzeburg im französischen Châtillon-sur-Seine

Die Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Chatillon-Sur-Seine (1.000 km von Ratzeburg)  ist der Initiative De Gaulles zur Aussöhnung und zur Freundschaft mit Deutschland Ende der 1950er Jahre zusammen mit Konrad Adenauer zu verdanken. Das  wurde beim Besuch der Ratzeburger Teilnehmer des Verbrüderungstreffens 2014 zusammen mit ihren Gastgebern und den belgischen Partnern im  Wohnhaus de Gaulles, der Boisserie in Colombey-les-Deux-Eglises und im Charles-de-Gaulle-Memorial unweit der Partnerstadt Châtillon-sur-Seine deutlich. Denn das erste Zusammentreffen einer Ratzeburger Delegation in Châtillon fand 1959 statt und 1960 besiegelten beide Städte Ihre Partnerschaft.

Vom 11. bis 14. Juli besuchten 47 Teilnehmer aus Ratzeburg und Umgebung, viele davon selbst Gastgeber bei Treffen in Ratzeburg  und einige zum ersten Mal dabei,  das Verbrüderungstreffen in Châtillon-sur-Seine. Die Ratzeburger Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr waren ebenfalls nach Châtillon gefahren, weil beide Feuerwehren und die Jugendfeuerwehren zusammen mit der Feuerwehr aus Walcourt seit Jahren eng befreundet sind und sich schon für 2016 beim 150. Geburtstag der Feuerwehr in Ratzeburg verabredet haben.

Die Ratzeburger Gruppe bildete spontan einen „Verbrüderungschor“, der mit nur zwei Proben unter der Leitung von Alexander Spangenberg seinen ersten erfolgreichen Auftritt beim Festabend hatte  und ein der Partnerstadt gewidmetes Lied mehrstimmig  französisch sang („Sur le pont d’Châtillon“).

Aber auch die anderen Teilnehmer  der Ratzeburger Delegation, die fast alle in Familien untergebracht waren, erlebten  unvergessliche Stunden an der Seine mit ihren Gastgebern. Bürgermeister Brigand bot im Rathaus für alle Teilnehmer auch aus  den weiteren Partnerstädten Walcourt und Esneux-sur-Ourthe (Belgien) die Möglichkeit, das WM-Endspiel Deutschland-Argentien auf einer großen Leinwand zu verfolgen. Die Begeisterung über den WM-Sieg zeigte sich auch bei den belgischen und französischen Freunden. Aus einigen Fenstern der Stadt wurde nach dem Spiel sogar „Vive l’Allemagne!“ gerufen.

So erlebten Torsten und Ulrike Walther das große Finale beim Verbrüderungstreffen: „Die Fußballweltmeisterschaft 2014 im Schatten von Châtillon-sur-Seine. Wir Gäste des romantisch-burgundischen Städtchens erlebten unseren ersten ganzen Tag hier mit ganz unterschiedlichen Aktivitäten. Großes Interesse weckte der Besuch der Gedenkstätte von Charles de Gaulle, andere tauchten in die Geschichte der Stadt bei einer interessanten Stadtführung ein. Abends fieberten wir dem WM-Endspiel Argentinien-Deutschland im Maison de Mairie entgegen. Bei aller Begeisterung, Spannung, Ungeduld und Erwartung war nicht mehr zu unterscheiden, ob Franzosen oder Deutsche die deutsche Fußballmannscharft emotional und kommentarreich unterstützten: Allez - los - aufgepasst - attention - vive l'Allemagne... Später starteten die glücklichen Sieger den bereits feiernden Feuerwehren Châtillon und Ratzeburg einen Besuch ab. Die Bürgermeister beider Städte feierten mit den jungen Leuten ausgelassen dieses große sportliche Ereignis. Vive la France - vive l'Allemagne! Herzlichen Dank noch einmal für den großen Einsatz bei dieser Fahrt mit der gelungenen Organisation!“´

Mit einem festlichen Umzug durch die Stadt begann der  14. Juli - der französische Nationalfeiertag - mit dabei die  Feuerwehren, die Jugendfeuerwehren und die offiziellen Teilnehmer aus Châtillon, Esneux, Walcourt und Ratzeburg, der mit  einer Europafeier am Europadenkmal  im Park der Stadt und dem Singen der Europa-Hymne beim schönsten Sommerwetter abschloss.

Herzliche und überzeugende Gastfreundschaft hat die Tage in Châtillon geprägt, aber nicht nur im privaten, sondern auch im öffentlichen Bereich. Wir waren schon mehrfach am 14.Juli, dem Nationalfeiertag, in Frankreich, aber selten hat uns persönlich etwas so berührt wie die Tatsache, dass die Stadt Châtillon an diesem Tage als Zeichen von Freundschaft und Wertschätzung die Ratzeburger Feuerwehr ihren Festzug anführen ließ. Un grand merci!“, resümierten Petra und Merten Drevs das Verbrüderungstreffen.

Mit einem herzlichen Dank an die Stadt, das Verbrüderungskomitee in Châtillon-sur-Seine und die Gastgeber verabschiedeten sich die Ratzeburger, auch wenn der Abschied nicht leicht fiel.

2015 findet das nächste Verbrüderungstreffen in Esneux-sur-Ourthe in Belgien vom 18. -20. Juli statt. Bürgermeister Rainer Voß: „Darauf kann man sich jetzt schon freuen.“