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Fahrt nach Châtillon-sur-Seine

 Eine Reisebericht von Linda Wilhelm - (Kameradin der Freiwilligen Feuerwehr Ratzeburg und Auszubildende der Stadt Ratzeburg)

  

Am Donnerstagabend den 24.06.2010 gegen 20.15 Uhr war es soweit. 1200 km standen vor uns Richtung Châtillon sur Seine, unserer Partnerstadt in Frankreich. Nachdem 2009 Jahr das Europatreffen in Ratzeburg stattfand, freute man sich umso mehr darauf, die geknüpften Bekanntschaften anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Châtillon und Ratzeburg wiederzusehen. 


Nach langen 16 Stunden Fahrt erreichten wir Freitagnachmittag die Feuerwehrwache in Châtillon. Überaus herzlich wurden wir von den Franzosen aufgenommen, bezogen unsere Zimmer in der neben der Wache liegenden Schule und verzehrten erst mal ein Frühstück. Bei den Speisen stellte ich fest, dass zu jeder Mahlzeit Baguette serviert wurde und die Croissants doppelt so groß sind, als bei uns in Deutschland. Darüber hinaus wurden wir an einer Mahlzeit mit Schnecken bedient. Andere Länder, andere Sitten!

Anschließend folgte eine kleine Stadtführung bei der unter anderem eine Quelle der Seine, eine Kirche und ein alter Friedhof besichtigt wurde. Da wir alle nur Bruchteile Französisch sprechen, stellte sich die Nichte unseres stellvertretenden Wehrführers zur Verfügung, uns auf der Reise zu begleiten und uns ein wenig als Dolmetscherin auszuhelfen. Sie besucht die 12. Klasse des Gymnasiums in Ratzeburg mit dem Leistungskurs Französisch. So gelang die Verständigung noch besser als sonst.

Nachmittags war denn genügend Zeit die Wache so wie die Fahrzeuge zu besichtigen. Natürlich schaute man da schon einmal, ob man ein paar alte Gegenstände tauschen könne. Einen alten Helm, oder eine alte Feuerwehrjacke... . Hierzu später noch ein paar Worte.


Langsam ging der 1. Tag kameradschaftlich und harmonisch bei nettem Beisammensein mit den Sampeurs Pompiers (franz.: Feuerwehrmänner) und einem Snack zuende. Auch wie hier in Ratzeburg, darf der Wochenmarkt in Châtillon nicht fehlen, den wir Samstag nach dem Frühstück besuchten. Darauf folgte die Besichtigung des Museums von Châtillon, in dem archäologische Funde aus der Region sowie die Geschichte der Stadt ausgestellt sind. Einige Aspekte der Stadtführung fanden wir hier wieder. Nach dem Mittagessen in der Feuerwache nahmen wir zusammen mit Bürgermeister Rainer Voß an einer Straßeneinweihung teil. Als Zeichen der engen Partnerschaft zwischen Ratzeburg und Châtillon wurde diese „Rue de Ratzeburg“ getauft.


Am Abend trafen sich alle Teilnehmer des Verbrüderungsfestes zu einem großen Diner. Die Bürgermeister von Ratzeburg, Châtillon, Walcourt und Esneux hielten vorher kleine Ansprachen und brachten ihre Freude über die intensiven Partnerschaften zwischen den Städten zum Ausdruck.

Dann folgte das Diner, welches aus sieben Gängen bestand. Natürlich hat Musik und Tanz nicht gefehlt! Es wurde viel zusammen gelacht und getanzt, was den Abschied am nächsten Tag umso schwerer machte... . 

Völlig unvorbereitet wurden wir nächsten Morgen von den französischen Feuerwehrleuten unsanft, aber wirksam geweckt. Sie machten sich den Spaß und stellten zwei ihrer Feuerwehrfahrzeuge unter unsere Fenster und ließen ca. 3 Minuten die Martinshörner ertönen und rissen uns so aus dem tiefen Schlaf. Nach einigen Jahren bei der Feuerwehr, denkt man gar nicht, dass die Hörner morgens noch lauter als gewöhnlich sein können. 

Nach dem Frühstück nahmen alle Feuerwehrleute sowie die Jugendfeuerwehr (Jeunes Sapuers Pompiers) von Châtillon an einem Umzug durch die Innenstadt teil, der von den ,,Marcheurs de Walcourt" angeführt wurde. Eine Art Spielmannszug, deren Uniform die einer belgischen Truppe darstellt. Zu der alten Musik, die sie spielten, marschierten wir gemeinsam in einem Zug. Leider haben die Franzosen einen etwas anderen Takt zum Marschieren, als wir hier in Deutschland, was uns etwas Probleme bereitete. Aber nach ein paar Schritten, funktionierte es doch ganz gut. 

Im Anschluss dieses Umzuges erfolgte durch die Bürgermeister der vier Städte eine Kranzniederlegung am Denkmal für die Verbrüderung der vier europäischen Städte Châtillon, Walcourt, Esneux und Ratzeburg.

Wieder an der Wache angekommen, machten sich die Ratzeburger zum Abmarsch bereit. Hier kam zum Schluss die berühmte Tauschaktion zum Vorschein. Ich konnte ein Feuerwehr T-Shirt gegen eines der französischen Wehr tauschen. Andere wiederum tauschten Abzeichen von Veranstaltungen, oder ein Paket mit Feuerwehrmagazinen gegen einen alten Helm. 

Nun musste mehr oder weniger unfreiwillig Abschied genommen werden, bei dem die Traurigkeit Vielen ins Gesicht geschrieben war. Es war eine schöne Zeit mit den Kameraden aus Frankreich, die uns mit großer Herzlichkeit begrüßt und aufgenommen haben. Wie man immer so schön sagt, war das Wochenende viel zu kurz, aber dennoch eine großartige Zeit à Châtillon sur Seine. 

Nous nous réjouissons de la rencontre en belgique!